1.1 Lehrjahre des „Sandwirts“
1.1 Lehrjahre des „Sandwirts“
Woher dies rührt? Am 22. November 1767 wurde der Hofer Andrä (gemäß Geburtsregistereintrag: Andreas Nikolaus Hofer) als jüngstes von sechs Kindern am Sandhof im Passeiertal geboren. Seine Mutter Maria verstarb 1770, woraufhin Vater Josef neuerlich heiratete und drei Jahre danach verstarb. Andrä, dessen Verhältnis zur missgünstig-herrischen Stiefmutter äußerst getrübt war, sammelte nach dem Volksschulbesuch als Knecht, Stallbursche und Dienstbote Erfahrung für seinen späteren Beruf als Gastwirt und Bauer. Zudem verdingte er sich zwischen 1780 und 1785 im benachbarten Welschtirol und erlernte dabei in Cles, dem Hauptort des Nonsbergs, sowie in Ballino, einem der Knotenpunkte für den Nord-Süd-Handel mit Pferden, Wein und Getreide auf der südwestlichen Handelsroute durch Judikarien nach Oberitalien, die italienische Sprache.
Bei der adeligen Familie von Miller in Cles und danach im Gasthof Armani-Zanini in Ballino eignete sich Hofer nicht nur die lokalen italienischen Mundarten an, sondern knüpfte auch Freundschaften, welche ihm später bei der Mobilisierung von Kämpfern im Trientinischen von Nutzen sein sollten. So avancierte beispielsweise der mit Hofer eng befreundete Marco Zanini aus Ballino zu einem der Anführer der Welschtiroler Aufständischen und rückte 1796 als einer der Kommandanten lokaler Schützenvereinigungen zur Verteidigung Tirols gegen die Franzosen am Tonale-Pass ein, wo auch Hofer einen seiner ersten militärischen Einsätze als Passeirer Schütze hatte. Die Familie von Miller unterstützte die Erhebung finanziell und logistisch. Daher blieben die Welschtiroler verlässliche Waffenbrüder Hofers im Kampf gegen die Fremdherrschaft; das Streben Trentiner und Triestiner Irredentisten nach Loslösung vom Habsburgerreich (Risorgimento) lag damals noch in weiter Ferne.
Andreas Hofer, Porträtgemälde ohne Signierung und Datierung, Jakob Placidus Altmutter zugeschrieben
Quelle: Bildarchiv Austria, Österreichische Nationalbibliothek
Woher dies rührt? Am 22. November 1767 wurde der Hofer Andrä (gemäß Geburtsregistereintrag: Andreas Nikolaus Hofer) als jüngstes von sechs Kindern am Sandhof im Passeiertal geboren. Seine Mutter Maria verstarb 1770, woraufhin Vater Josef neuerlich heiratete und drei Jahre danach verstarb. Andrä, dessen Verhältnis zur missgünstig-herrischen Stiefmutter äußerst getrübt war, sammelte nach dem Volksschulbesuch als Knecht, Stallbursche und Dienstbote Erfahrung für seinen späteren Beruf als Gastwirt und Bauer. Zudem verdingte er sich zwischen 1780 und 1785 im benachbarten Welschtirol und erlernte dabei in Cles, dem Hauptort des Nonsbergs, sowie in Ballino, einem der Knotenpunkte für den Nord-Süd-Handel mit Pferden, Wein und Getreide auf der südwestlichen Handelsroute durch Judikarien nach Oberitalien, die italienische Sprache.
Bei der adeligen Familie von Miller in Cles und danach im Gasthof Armani-Zanini in Ballino eignete sich Hofer nicht nur die lokalen italienischen Mundarten an, sondern knüpfte auch Freundschaften, welche ihm später bei der Mobilisierung von Kämpfern im Trientinischen von Nutzen sein sollten. So avancierte beispielsweise der mit Hofer eng befreundete Marco Zanini aus Ballino zu einem der Anführer der Welschtiroler Aufständischen und rückte 1796 als einer der Kommandanten lokaler Schützenvereinigungen zur Verteidigung Tirols gegen die Franzosen am Tonale-Pass ein, wo auch Hofer einen seiner ersten militärischen Einsätze als Passeirer Schütze hatte. Die Familie von Miller unterstützte die Erhebung finanziell und logistisch. Daher blieben die Welschtiroler verlässliche Waffenbrüder Hofers im Kampf gegen die Fremdherrschaft; das Streben Trentiner und Triestiner Irredentisten nach Loslösung vom Habsburgerreich (Risorgimento) lag damals noch in weiter Ferne.
Et, sequam fugiatur, sim illupietum laborio Et, sequam fugiatur, sim illupietum laborio
Eine wissenschaftliche Untersuchung durch die Universität für angewandte Kunst/Wien ergab eine Stoff-Datierung um 1910. Die drei Gewebestreifen aus Seide sind in „Leinwandbindung“ gewebt und über „Einfach-Kappnähte“ verbunden. Das Fahnenblatt ist mit einer „Stengelfransen-Borte“ und einer „Metall-Webborte“ umrahmt. Der umfassende Konservierungs- und Restaurierungsbericht der Universität für angewandte Kunst/Institut für Konservierung und Restaurierung (Univ.-Prof. Dr. Gabriela Krist) liegt im „Haus der Tiroler Geschichte“ auf.
Der tatsächliche Einsatz der Standschützen erfolgte somit in einer unglaublich kurzen Zeit von nur wenigen Tagen. Dazu kam der Umstand, dass die allerwenigsten der am 18. Mai in den Dienst gestellten Standschützen irgendeine militärische Aus- oder Vorbildung hatten. Dies betraf alle Ränge der Standschützen. Offiziere wie Major di Pauli, Kommandant des Bataillons Kaltern, der bereits 1914 freiwillig als Offizier eines Landsturmverbandes in Galizien diente und daher Kriegserfahrung hatte, waren die Ausnahme.
Entgegen den gemäß den Erinnerungen des Leutnants Mörl getätigten Versprechungen von Vorgesetzten, lediglich in einer zweiten oder dritten Verteidigungslinie oder zu Träger- und Schanzdiensten verwendet zu werden, mussten viele Standschützen bald erkennen, dass sie – aufgrund des enormen Mangels an Soldaten regulärer Verbände – sowohl in der ersten Linie als auch oft genug in Stellungen im Hochgebirge eingesetzt wurden. Der harte Dienst in kaum vor der Witterung geschützten Stellungen bis in Höhen von 3.000 m hatte sehr bald eine Dezimierung der Bataillone und selbstständigen Kompanien durch Krankheiten, Unfälle und durch Feindeinwirkungen zur Folge. Dazu kamen noch Abkommandierungen zu anderen Verbänden. Bereits sechs Wochen nach dem Ausrücken, Ende Juni 1915, betrug der Gesamtstand der Standschützenformationen 735 Offiziere, 3.026 Unteroffiziere und 15.625 Mannschaften, somit insgesamt 19.386 Standschützen.
Die Härte des Kriegseinsatzes zu nicht geringen Teilen im Hochgebirge spiegelt sich vor allem auch in den Stärkemeldungen der Standschützenverbände und -einheiten wider:
Fahne Standschützen
Eine wissenschaftliche Untersuchung durch die Universität für angewandte Kunst/Wien ergab eine Stoff-Datierung um 1910. Die drei Gewebestreifen aus Seide sind in „Leinwandbindung“ gewebt und über „Einfach-Kappnähte“ verbunden. Das Fahnenblatt ist mit einer „Stengelfransen-Borte“ und einer „Metall-Webborte“ umrahmt. Der umfassende Konservierungs- und Restaurierungsbericht der Universität für angewandte Kunst/Institut für Konservierung und Restaurierung (Univ.-Prof. Dr. Gabriela Krist) liegt im „Haus der Tiroler Geschichte“ auf.
Schützenfahne aus grün-weiß-grüner Seide, dekoriert mit vier (fünf) Fahnenbändern und Medaillen.
An der Fahnenstange sind vier Fahnenbänder befestigt:
– Fahnenband mit Festabzeichen 1909 (Jahrhundert-Festschießen in Sterzing) und Medaille „Dem Tiroler Landesvertheidiger 1849“
– Fahnenband mit Ehrenmedaille 1897
– Fahnenband mit Herz-Jesu
– Medaille 1896
– Fahnenband mit Erinnerungsmedaille 1909