Tiroler Denkmünzen und Medaillen
Tiroler Denkmünzen und Medaillen
Zu Beginn der napoleonischen Kriege gab es in Österreich nur sehr wenige militärische Auszeichnungen. Der im Jahre 1757 gestiftete Militär-Maria-Theresien-Orden war nur für Offiziere als besondere Auszeichnung für eine hervorragende Waffentat bestimmt. Im Gegensatz dazu war die 1789 gestiftete Goldene und Silberne Ehrenmedaille – in manch zeitgenössischer Literatur auch als Ehrendenkmünze bezeichnet – nur für Mannschaftspersonen (das waren einfache Soldaten und Unteroffiziere) bestimmt. Diese Ehrenmedaille war immer mit einem Ehrensold verbunden, erst 1809 wurde die Bezeichnung in Tapferkeitsmedaille geändert und bis 1918 verliehen.[1]
Den damit verbundenen Ehrensold an die Träger dieser hoch angesehenen Auszeichnung zahlte die Republik Österreich ab 1931[2] und schließlich wieder ab 1958[3] an die noch lebenden Träger aus.
Das diesbezügliche, oftmals nivellierte Gesetz wurde erst 2002[4] mangels des betroffenen Personenkreises außer Kraft gesetzt.
Die napoleonischen Kriege brachten das damalige neue Phänomen der Volksbewaffnung – die Massenheere entstanden. Damit einhergehend entwickelte sich in allen kriegsführenden Staaten auch das damals bescheidene Auszeichnungssystem weiter. Der einzelne bewährte Kämpfer sollte aus der Masse hervorgehoben und insbesondere auch sichtbar belohnt werden. Damit wurde nicht nur der Betroffene besonders geehrt und hervorgehoben, auch anderen wurde dadurch ein sichtbares Vorbild präsentiert. Das verpflichtete Tragen der Auszeichnung stellte einen heute als „Werbeträger und Werbeeffekt“ bezeichneten Umstand dar. Der belohnte Kämpfer forderte dadurch indirekt andere zum Nachahmen auf und konnte sogar später als ein wandelndes Mahnmal und Denkmal angesehen werden. Die beiden Tiroler Denkmünzen von 1796 und 1797 sind ganz klar in diesem Zusammenhang zu sehen.
Auffallend ist auch die damals verwendete Bezeichnung Tiroler „Denkmünze“ und nicht Medaille. Alle späteren derartigen Tiroler militärischen Auszeichnungen wurden immer als „Denkmünze“ gestiftet – wohl an diese beiden frühen Stiftungen anknüpfend.
In der Literatur wird an verschiedenen Stellen und auch von verschiedenen Autoren oftmals die unrichtige Bezeichnung Ehrenmedaille oder Medaille verwendet. Alle gegenständlichen und im Folgenden vorgestellten Stiftungen von 1796 bis 1928 sprechen immer klar von einer militärischen Denkmünze.
Da es sich bei den Auszeichnungen um Stiftungen des Kaisers handelt und diese somit staatlich sind, gibt es dazu Vorschriften, Gesetzestexte und Akten. Dasselbe gilt auch für die nach dem Ersten Weltkrieg vom Land Tirol gestiftete Landesdenkmünze. Derartige Stiftungen von öffentlichen und amtlichen Auszeichnungen sind folglich festgeschrieben und nachweisbar. Aber auch hier muss beachtet werden, dass in manchen zeitgenössischen und auch späteren amtlichen Verlautbarungen sowie in der Literatur vereinzelt falsche Bezeichnungen zu finden sind. Manche Medaillen nutzen sich durch das damals übliche tägliche Tragen stark ab – teilweise brach die starr geprägte Henkelöse ab und wurde anschließend oft unsachgemäß repariert. Üblicherweise prägte man Medaillen in einer staatlichen Prägeanstalt. Die Punzierung der silbernen Medaillen war aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe erst ab 1867 verpflichtend vorgesehen. In der folgenden Aufstellung sind sämtliche Tiroler Denkmünzen und Medaillen vorgestellt.
[1] Für einen kurzen Überblick zu den Auszeichnungen bis 1918 siehe: Stolzer, Johann; Steeb, Christian (Hrsg.): Österreichs Orden vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Österreichische Gesellschaft für Ordenskunde, Graz 1996. [2] Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich vom 4. April 1931, Nr. 97, Bundesgesetz vom 26. März 1931, Tapferkeitsmedaillen-Zulagengesetz. [3] Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich vom 20. März 1958, Nr. 53, Bundesgesetz vom 5. März 1958, Tapferkeitsmedaillen-Zulagengesetz 1958. [4] Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich vom 16. Juli 2002, Nr. 103, Bundesgesetz: Reorganisationsbegleitgesetz – REORGBG.