Einführung
Einführung
Beispiele aus ältester Zeit finden sich in allen frühen Hochkulturen: im alten Ägypten und bei den Assyrern ebenso wie bei den Griechen und den Römern, wo historische Darstellungen oft eng mit mythologischen Vorstellungen verflochten waren. Hierzu gehören das weltberühmte Alexandermosaik aus der Exedra der Casa del Fauno in Pompeji, das im Jahr 1831 freigelegt wurde, sowie zahlreiche Reliefs historischen Inhalts an Triumphsäulen und -bögen aus der Zeit der Kaiser Trajan und Mark Aurel. Im frühen Christentum erlangte sodann die (religiös motivierte) Historienmalerei unter dem besonderen Blickwinkel der Heiligenlegenden alsbald eine große Bedeutung. Infolgedessen verfestigte sie sich durch die Christianisierung auch im weltlichen Bereich – etwa bei der Langobardenkönigin Theudelinde in ihrem Palast in Monza (nicht erhalten), bei Karl dem Großen in den Pfalzen in Aachen und Ingelheim sowie bei Heinrich I. in der Pfalz in Merseburg. Im Verlauf der weiteren Entwicklung bemächtigte sich das Historienbild auch der Teppichkunst und der Buchmalerei.
Mit der Wiederentdeckung der Antike durch die Renaissance ab Mitte des 15. Jahrhunderts erfuhr die Historienmalerei einen gewaltigen Aufschwung, wobei einige erstklassige Arbeiten aus der Hand eines Leonardo da Vinci, eines Michelangelo Buonarroti und eines Tizian als verschollen bzw. verloren gelten. Einen unbestrittenen Höhepunkt erreichte die Historienmalerei zweifellos in den zwischen 1511 und 1517 von Raffael Sanzio in den Stanzen des Vatikans ausgeführten Arbeiten, in denen u. a. die Kaiserkrönung Karl des Großen durch Papst Leo III. Gegenstand der Darstellung ist.
Wenige Jahre nach Raffaels Meisterleistungen in den Stanzen entstand (1529) in Deutschland, konkret in Regensburg, die „Alexanderschlacht“ von Albrecht Altdorfer. Es ist dies eines der berühmtesten Tafelgemälde der deutschen Renaissance. Das Zeitalter des Absolutismus brachte sodann, vornehmlich in Frankreich, eine Vielzahl an Historienbildern hervor, die vor jedem anderen eine Zielsetzung hatten: die Glorifizierung der Herrschenden. Diesbezüglich gäbe es eine Reihe von namhaften französischen Malern zu benennen, denen sich ebenbürtig aber auch viele andere zugesellen: etwa Peter Paul Rubens (Bilderzyklus aus dem Leben von Maria de Medici und ihres Gemahls Heinrich IV., Louvre in Paris) oder Diego Velázquez (Schlüsselübergabe von Breda 1634/35, Museo del Prado in Madrid).
Für die engere Kulturhemisphäre sind unter vielen etwa folgende Werke exemplarisch: das Gemälde „Entsatz von Wien 1683“ (Öl auf Leinwand, Stift Herzogenburg) von Martino Altomonte (eigentlich Martin Hohenberg), das Gemälde des Anton von Werner zur Proklamierung des Deutschen Kaiserreiches am 18. Jänner 1871 im Spiegelsaal von Versailles (Bismarck-Museum in Friedrichsruh) sowie das offizielle Gemälde der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages vom 15. Mai 1955 und ergänzende Skizzen dazu von Robert Fuchs und Sergius Pauser.