Tirol allgemein
Tirol allgemein
Im Tiroler Raum haben sich im Verlauf der Jahrhunderte jederzeit bildende Künstler, meist Maler, mit der szenischen Gestaltung vieler (be)merkenswerter Ereignisse historischer Art auseinandergesetzt. Man denke diesbezüglich beispielsweise an die Zeit von Kaiser Maximilian I., aber auch schwerpunktbezogen und in besonderer Weise an die Ereignisse um den Tiroler Freiheitskampf von 1809 gegen die Franzosen und gegen die mit ihnen verbündeten Bayern und Sachsen – von den anfänglich sehr respektablen Erfolgen bis zum bitteren Ende im Spätherbst/Winter 1809/1810. Als wesentlich und zugleich charakteristisch für das historische Gesamtbild Tirols sind Persönlichkeiten zu bezeichnen wie Placidus Altmutter, Johann Georg Schädler, Anton Falger, Leopold Puellacher, Karl von Mayrhauser, Ludwig Braun, Ludwig Schnorr von Carlosfeld, Peter von Heß, Josef Anton Koch, Benitius Mayr und viele andere (größtenteils Zeitgenossen der Protagonisten um 1809/1810), deren bildhaften Darstellungen im Unterschied zu späteren Vertretern historienmalerischer Gattung ein hoher Realitätsbezug eigen ist. Im kollektiven Gedächtnis des Volkes kommen aber mit Abstand Franz von Defregger (1835–1921) und Albin Egger-Lienz (1868–1926), beide gebürtig aus Osttirol und Angehörige nachfolgender Generationen, ein unverrückbar fester Stellenwert zu. Wer kennt sie nicht: die ausdrucksstarken Szenenkompositionen „Speckbacher und sein Sohn Anderl“ (1869), „Das letzte Aufgebot“ (1872), „Heimkehr der Sieger“ (1876), „Peter Sigmair, der Tharerwirt von Olang“ (1893) und „Andreas Hofers letzter Gang“ (1878) sowie zahlreiche Vor- und Detailstudien dazu. Ganz zu schweigen von den Porträts Andreas Hofers und Josef Speckbachers – Gestalten, denen auch Albin Egger-Lienz seine besondere Aufmerksamkeit widmete (1895 und 1911/12) –, dazu dann auch noch „Haspinger anno neun“ (1908/09), „Ave Maria nach der Schlacht am Bergisel“ (1894/96) und „Der Totentanz von anno neun“ (1923).
Eine starke malerische Ikonografie, unbeeinflusst von den Vorgenannten, aber unverkennbar linienförmig im Duktus ihrer Aussage, verkörpern jene führenden Gestalten der Ereignisse von 1809/1810 aus dem Fundus von Bruno und Inga Hosp, die von Künstlern wie Rudolf und Albert Stolz, Edmund von Wörndle, Rudolf Complojer, Oskar Wiedenhofer und, allen voran als ältester von diesen, Johann Pendl, geschaffen worden sind.