Edmund von Wörndle
Edmund von Wörndle
Vier beachtenswerte Gemälde zum Geschehen des Jahres 1809 – Hofers Abschied, Hofers Aufruf zur Schlacht, die Schlacht bei Sterzing, Hofers Einzug in Innsbruck und (alle im Format 220 x 150 cm ohne Rahmen aus dem Jahr 1889) stammen von keinem Geringeren als von Edmund von Wörndle. Geboren am 28. Juli 1827 in Wien, aber als Spross einer alten Tiroler Familie, in Hötting beheimatet, hatte er an der Wiener Akademie der Bildenden Künste seine Ausbildung erfahren. Im Verlauf der späteren Zeit begab er sich sodann nach Rom, wo er in den Jahren 1856 bis 1859 im Palazzo Venezia, der damaligen österreichischen Botschaft im Kirchenstaat, wohnte – dazwischen unternahm er von hier aus auch eine mehrwöchige Palästina-Reise. Im Jahre 1859 übersiedelte er sodann nach Innsbruck, wo er sich im elterlichen Ansitz niederließ und fortan von hier aus eine sehr umfangreiche und weitum anerkannte künstlerische Arbeit entwickelte.
Über seine Familie war Edmund von Wörndle mit den Ereignissen zur Franzosenzeit engstens vertraut und auch emotional verbunden – sein Großvater, Philipp von Wörndle, war der Landsturmkommandant von 1796 in Spinges. In den Jahren 1880–1883 malte er zunächst den eindrucksvollen Parzival-Zyklus im Bischöflichen Knabenseminar „Vinzentinum“ in Brixen und hielt in der Wandelhalle der Kurstadt Meran einzelne Tiroler Kurorte bildlich fest, wodurch er seinen ausgezeichneten Ruf als Maler in breiten Bevölkerungskreisen des Landes begründete. In dieser Zeit befasste er sich auch minutiös mit einzelnen Szenen des Freiheitskampfes von 1809. Im Jahr 1896 schuf er schließlich elf großformatige Bilder über das Leben Andreas Hofers in der Herz-Jesu-Gedenkkapelle beim Sandhof in Passeier.
Edmund von Wörndle, der als der letzte bedeutende Vertreter der romantischen Malerei Tirols gilt, starb am 3. August 1906 in Innsbruck.[1]
[1] Näheres zum Leben von Edmund von Wörndle findet sich in den Innsbrucker Nachrichten vom 8. August 1906, Nr. 180, S. 4 f. (Teßmann digital).
Edmund von Wörndle zu Adelsfried und Weiherburg (1827–1906)
Quelle: Stadtarchiv Innsbruck. Signatur KR-PL-K-81