Das Kriegsjahr 1918

Der Lares-Gletscher, im Hintergrund der Corno di Cavento

Eine Skizze der Plateau-Wache, erstellt von Zugsführer Nussbaumer aus Doren

Nächtliche Patrouillen stießen bis ins Ledrotal vor, ohne in Kampfhandlungen verwickelt zu werden. Gelegentliche Artillerieüberfälle musste man über sich ergehen lassen, aber alles in allem gesehen fühlte man sich hier wohl. Hier feierten die Standschützen ihr drittes Weihnachtsfest im Felde. Ein bescheidener Christbaum und Liebesgaben aus der Heimat verdrängten das Heimweh etwas; mancher Schütze hätte dieses Fest aber doch lieber in der Heimat verbracht. Im April 1918 wurde dem Bataillon die Kompanie Dornbirn zugeteilt. Diese war vorher kurzfristig am Roite-Rücken im Einsatz und wurde nach einer kurzen Rehabilitierung im Vinschgau nach Torbole östlich von Riva del Garda verlegt.

Das Bezauer Halbbataillon wurde auf eine Kompanie reduziert und als vierte Kompanie dem Standschützenbataillon Bregenz zugeführt. Bevor es aber zur Vereinigung mit dem Bregenzer Bataillon kam, gab es für die Bezauer noch eine verlustreiche Angriffsaktion in Judikarien. Ein vom Abschnittskommando befohlener Angriff auf zwei feindliche Feldwachen endete für den Standschützen Josef Kaufmann tödlich, zwei weitere wurden verletzt. Unmittelbar nach dieser Aktion kam es zur Verlegung in das Lager Pedruc im Val Genova, wo man den Zusammenschluss mit den restlichen Kompanien des Bregenzer Bataillons abwartete.

Das Monticellolager

Die drei Vorarlberger Kompanien wurden zur Verteidigung der Stützpunkte VIII bis XIV am Monticellohang eingesetzt. Am 22. Mai eröffneten die Italiener ein schweres Artilleriefeuer auf die Stellungen am Monticello, wobei ein Volltreffer eine Baracke auf dem Stützpunkt XIV zerstörte. Neben zwei Landsturmleuten wurden Oberleutnant Himmer und Standschütze Richard Summer, beide Angehörige der Feldkircher Kompanie, Opfer dieses Beschusses. Am nächsten Tag begann ein italienischer Großangriff, dessen Hauptziel die Eroberung der Cima Presena und der Felsgrate des Monticello war. Vom Stützpunkt XIV aus sah man am 26. Mai bei beginnender Tageshelle, wie die italienische Infanterie vom Paradiso-Pass aus zum Angriff vorrückte. Für den Stützpunkt selbst bestand nun die Gefahr, von der Flanke her angegriffen zu werden. Rasch wurde unter dem Kommando des Bludenzer Unterjägers Schallert eine Maschinengewehrabteilung in einer vorgeschobenen Stellung zur Sicherung des Stützpunktes platziert.

Es sollte aber noch schlimmer kommen. Es traf die Meldung ein, dass das rückwärts gelegene Monticellolager bereits in den Händen des Feindes sei und dieser hinter dem Stützpunkt Stellung bezog. Diese Meldung war absolut glaubwürdig, da bereits Munitionslager durch eigene Sprengungen in die Luft flogen, die Artilleristen ihre Geschütze aufprotzten und mit vollem Galopp das Weite suchten. Dasselbe taten auch der Abschnittskommandant Rittmeister Klomser und dessen Adjutant. Wohl riet er den Standschützenoffizieren dasselbe zu tun, denn sonst würden sie in einer halben Stunde als Gefangene über den Tonale gehen, sein Rat wurde aber nicht angenommen.

Der Soldatenfriedhof von Ossana

Die Dornbirner Standschützen auf Pozzoni vor dem Abmarsch zur Riegelstellung Foletto
Foto: Stadtarchiv Dornbirn, Fotosammlung Franz Beer

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