Herausragende Leistungen der Militärbergführer

Bergführer Johann „Schanni“ Forcher links vor seinem Unterstand
Foto: Südtiroler Landesarchiv

Als Italien in den Ersten Weltkrieg eintrat, meldete sich der 45-jährige Johann Forcher zu den Standschützen. Als erfahrener Bergführer gehörte der „Forcher Schanni“ zu den gefürchteten „Fliegenden Patrouillen“ seines Freundes und Standschützen-Oberjägers Sepp Innerkofler. Er war auch bei dem Unternehmen gegen den Paternkofel am 4. Juli 1915 dabei. Während Innerkofler fiel, wurde Forcher durch einen Gewehrschuss am Unterschenkel und durch Steinwürfe verletzt. Für diese Aktion wurde ihm die Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse verliehen. Besonders auszeichnen sollte sich Forcher jedoch am 13. September 1916, als es galt, die besetzte Schimpkekuppe, eine wichtige Stellung im Bereich des von den Italienern eroberten Foramegipfel in der Christallogruppe, zurückzuerobern. An diesem Tag war die Erstürmung des 2.718 Meter hohen Gipfels am Vilozanebach angeordnet. Der Angriff der 84 Mann starken Gruppe von Kaiserjägern, Kaiserschützen und Rainern (Infanterieregiment „Erzherzog Rainer“ Nr. 59) war aber offensichtlich zu spät angesetzt. Aufgrund der früher als erwartet eingesetzten Dämmerung kam es zum Rückzug. Die beiden Nebengruppen der Standschützen, geführt von den Bergführern Forcher und Piller, waren aber bereits soweit vorgegangen, dass sie über den Abbruch der Aktion nicht mehr verständigt werden konnten. Während die Gruppe Piller das Feindfeuer auf sich zog, ging Forcher mit seinen sechs Mann, in der Erkenntnis, dass die Hauptgruppe wohl nicht mehr folgen konnte, im todesmutigen Handstreich zum Sturm auf den Gipfel los. Durch das Überraschungsmoment begünstigt, konnte die kleine Sturmpatrouille die Bedienung des Maschinengewehrs niedermachen und dieses erbeuten. Mit dem Verlust von nur einem Mann gelang es, zwei verwundete italienische Offiziere und 42 Alpini gefangenzunehmen. Johann Forcher wurde für diesen halsbrecherischen Einsatz mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und zum Oberjäger befördert. Er erwarb sich noch die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse und das Karl-Truppenkreuz, bevor er als Stabsoberjäger zu Kriegsende abrüstete.[3]

[3] Steiner, Jörg: Heldenwerk 1914–1918. Die Träger der Goldenen Tapferkeitsmedaille im Ersten Weltkrieg, S. 59.

Der Krieg im Gebirge war für die Verteidiger höchst fordernd. Soldaten der 5. Kompanie des 3. Tiroler Kaiserjäger-Regiments auf dem Marsch zur Fanes-Scharte im Bereich der Marmolata.

Höchstgelegene Stellung der Alpenfront – Ortler 3.905 Meter
Foto: Franz Haller/Gargazon

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