Medaillen und Abzeichen von Veteranenvereinen in Tirol und Vorarlberg
Medaillen und Abzeichen von Veteranenvereinen in Tirol und Vorarlberg
Im Gegensatz zu offiziellen Auszeichnungen des Staates oder des Landes sind private Dekorationen und auch Abzeichen von Vereinen kaum nachweisbar. Sie wurden oft nur in geringer Stückzahl produziert und über deren Stiftung und Zweck finden sich praktisch keine Nachweise. Zeitungen und Archive dieser Vereine, aber auch Aktenbestände in Landes- und Gemeindearchiven sind selten erhalten und geben dazu wenig Informationen.
Und trotzdem sind diese Objekte von historischem Interesse und verdienen eine nähere Betrachtung. Sind es doch „Sachzeugen“ ihrer Zeit, die uns wertvolle Informationen über Vereine oder Geschehnisse geben. Neben der reinen Existenz eines Vereins werden uns auch Informationen zu Gründungsfeiern, Fahnenweihen und vielem mehr überliefert.
Die folgende Vorstellung einiger Medaillen und Abzeichen soll ein Beispiel für die Vielfalt von Veteranenvereinen geben. Mangels Informationen ist leider nicht feststellbar, ob die an den Dekorationen befindlichen Bänder auch die richtige Farbkombination haben. Auch der Zweck vieler dieser Dekorationen und Abzeichen bleibt uns verborgen. Waren es nur Mitgliedsabzeichen, Festabzeichen für einen Anlass oder sogar Ehrenzeichen des Vereins – vieles wird wohl unbeantwortet bleiben.
Zur näheren Zuordnung der Vereine wurden Informationen aus den beiden Druckwerken „Patrioten-Kalender“[1] und „Ortschaften-Verzeichnis 1890“[2] gewonnen.
Eine Nachforschung in privaten Vereinsarchiven und öffentlichen Archiven wurde nicht durchgeführt. Der folgende Beitrag versteht sich als ein Anstoß für weitere Forschungen.
Die Vereine – der Reichsbund
Um die zahlreichen bestehenden Veteranenvereine der österreichisch-ungarischen Monarchie zentral steuern und organisieren zu können, wurde 1895 in Wien der „k.k. österreichische Militär-Veteranen-Reichsbund“ gegründet. Dessen Mitglieder waren Landesverbände der Kronländer sowie einige wenige außerordentliche Mitglieder, beispielsweise Vereine im Ausland. In den Landesverbänden schlossen sich viele örtliche Veteranenvereine zusammen, aber längst nicht alle. Der großen Zahl an Vereinen, die im Reichsbund organisiert waren, stand vermutlich eine fast ebenso große Zahl gegenüber, die dort nicht Mitglied war. Wenn aber ein Verein Mitglied im Reichsverband war, durften dessen Vereinsmitglieder das Abzeichen des k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund tragen.
[1] Patrioten-Kalender. Offizielles Jahrbuch des k.k. österreichischen Krieger-Korps, Wien 1915. [2] Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1890, hrsg. von der k.k. Statistischen Central-Commission, Wien 1892.
Land Tirol
Abzeichen aus Buntmetall: silberfarben, farbig lackiert, 36 x 50 mm; Revers mit waagerechtem, Nadelsystem; Band angeklebt, rot-weiß-rot, 30 mm breit, mit silberfarbem Metallendstück
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Militär-Veteranen-Landesbund für Tirol
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, S. 70: Der Militär-Veteranen-Landesbund für Tirol war der Dachverband von 82 Veteranen-Vereinen im Land Tirol. Der Landesbund war Mitglied im k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund. Es sind noch weitere 48 Vereine in Tirol genannt, die aber nicht Mitglied im Landesbund und somit auch nicht im Reichsbund waren.
Abzeichen aus Buntmetall: goldfarben, Email, 21 x 28 mm; am Revers senkrechtes Nadelsystem; Erzeugerstempel: „RUD. GIERTLER INNSBRUCK“
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Krieger – Kameradschaftsbund Aurach
Kein Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915
Militär-Veteranen-Verein Bozen
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, S. 70 und 85: Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Innsbruck: Militär-Veteranen-Verein Erzherzog Heinrich, Sitz und Post in Bozen. Gegründet 1874, mit Fahne, mit Uniform, Mitgliederanzahl 545.
Dem k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund bis Ende 1914 nicht angehörender Verein,
im Bereich des Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Brixen: Militär-Veteranen-Verein Weiland Erzherzog Heinrich. Protektor: Fürst Heinrich von Campo-Franco. Gegründet 1874, mit Uniform, Mitgliederanzahl 514.
Leider konnte nicht geklärt werden, von welchem dieser beiden Vereine die Dekoration stammt.
Avers:
- Goldener Tiroler Adler, bunt emailliert
- Darunter schwarzes Schriftband mit goldener Schrift: „MILIT. VETERANENVEREIN BOZEN“
Revers:
- Silberfarben, glatt
Band:
- 15 mm breit, als Masche vernäht, grün-weiß-grün-weiß-grün-weiß-grün
Tiroler Adler, bunt emailliert, 34 x 44 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
K.k. Militär-Veteranen-Verein Ellmau
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, S. 84: Dem k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund bis Ende 1914 nicht angehörender Verein, im Bereich des Militär-Veteranen-Landesbund für Tirol in Innsbruck: Militär-Veteranen-Verein Erzherzog Heinrich in Ellmau bei St. Johann. Gegründet 1881, mit Fahne, mit Uniform, Mitgliederanzahl 102.
Avers:
- Durchbrochene Medaille mit rundem Lorbeerkranz; darin: vier gekreuzte Fahnen und zwei Gewehre. Im Zentrum: eine Trommel und darüber ein Hut
- Aufgesetztes silbernes Schriftband: „K.K. MILIT. VETERAN: VEREIN ELLMAU“
Revers:
- Glatt, Hohlprägung
Band:
- 40 mm breit, dreieckig vernäht, weiß-rot.
Medaille goldfarben, durchbrochen, 53 x 41 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Gedenkblatt Veteran Ellmau
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Veteranen Verein Götzens
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, S. 70: Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Innsbruck: Militär-Veteranen-Verein Erzherzog Ferdinand Karl, Sitz in Götzens, Post in Axams.
Gegründet 1899, mit Fahne, mit Uniform,
Mitgliederanzahl 40.
Avers:
- Goldfarbener Tiroler Adler
- Darunter ein Schriftband: „VETERAN. VEREIN GÖTZENS“
Revers:
- Glatt, Hohlprägung
Band:
- 40 mm breit, dreieckig vernäht, weiß-rot.
Tiroler Adler auf einem Schriftband, durchbrochen, 41 x 38 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Goldfarbenes sechsarmiges Kreuz, Ø 50 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Kronprinz-Rudolf-Militär-Veteranen- und Kriegerverein Innsbruck
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 70: Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Innsbruck: Militär-Veteranen- und Krieger-Verein Kronprinz Rudolf, Sitz und Post in Innsbruck.
Gegründet 1840, mit 2 Fahnen, mit Uniform,
Mitgliederanzahl 155.
Avers:
- Goldfarbiges sechsarmiges Kreuz mit geraden Schenkeln und nach innen gezackten Enden
- Mittelmedaillon silberfarben mit dem Tiroler Adler
- Schwarz lackiertes Schriftband mit Umschrift: „KRONPRINZ RUDOLF MIL.VET. u. KRIEGERVER. INNSBRUCK“
Revers:
- Glatt
- Erzeugerstempel: „ZIMBLER WIEN 7“
Band:
- 40 mm breit, dreieckig vernäht, grün
Goldfarbenes Kreuz, mit Lorbeerkranz, durchbrochen,
38 x 44 mm Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Kriegerverein Innsbruck
Mit dieser kurzen Vereinsbezeichnung findet sich kein eindeutiger Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist
aber der bereits genannte „Militär-Veteranen-und-Krieger-Verein Kronprinz Rudolf in Innsbruck“ gemeint.
Avers:
- Goldfarbenes Leopoldskreuz[3], zwischen den Kreuzarmen ein Lorbeerkranz
- Unten ein Schriftband:„KR. VER. INNSBRUCK“
- Im Zentrum ein silberfarbenes Medaillon mit dem Buchstaben: „V“
- Darüber ein Schriftband: „EHREN-MITGLIED“
Revers:
- Glatt
Band:
- 40 mm breit, dreieckig vernäht, weiß-rot
[3] Das Leopoldskreuz ist eine typisch österreichische Kreuzform. Es ist ein Tatzenkreuz mit nach außen geschwungenen Kreuzarmen und nach innen geschwungenen Kreuzenden. Erstmalig wurde dieser Kreuztyp bei der Stiftung des kaiserlich österreichischen Leopoldsordens im Jahre 1808 verwendet. Das 1849 gestiftete Militärverdienstkreuz und das Militärdienstzeichen verwenden auch diesen Kreuztyp, der über die erste Republik bis heute in die zweite Republik verwendet wird.
Verein gedienter Soldaten Innsbruck
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 70: Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Innsbruck: Verein gedienter Soldaten und Reservisten Prinz Ludwig von Sachsen-Coburg-Gotha, Sitz und Post in Innsbruck. Gegründet 1907, mit Fahne, mit Uniform, Mitgliederanzahl 91.
Avers:
- Schwarz emailliertes Tatzenkreuz mit geschwungenen Kreuzarmen
- Darauf die Schrift: „VEREIN GEDIENTER SOLDATEN INNSBRUCK“
- Im Mittelmedaillon die Jahreszahl: „1907“
Revers:
- Glatt
- Zweizeiliger Erzeugerstempel: „RUD. GIERTLER / INNSBRUCK“
Band: (fehlt)
Kreuz aus Buntmetall, schwarzes Email, 38 x 38 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Kaiserjäger-Reservisten-Kolonne Meran
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 85: Dem k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund bis Ende 1914 nicht angehörender Verein, im Bereich des Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverbandes Brixen: Kaiserjäger-Reservisten-
Kolonne in Meran.
Avers:
- Im Zentrum: Tiroler Adler
- Umschrift: „I. KAISERJÄGER RESERVISTEN COLONNE MERAN“
Revers:
- Im Zentrum Jahreszahl: „1884“
- Umschrift: „MIT HERZ UND HAND FÜRS VATERLAND“, umgeben von einem Kranz aus Eichenblatt
Band:
- 40 mm breit, dreieckig gefaltet, weiß-grün
Medaille aus Buntmetall, silberfarben, Ø 34 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Andreas-Hofer-Veteranen- und Kriegerverein Meran
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 85: Dem k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund bis Ende 1914 nicht angehörender Verein, im Bereich des Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverbandes Brixen: Militär-Veteranen- und Krieger-Verein Andreas Hofer in Meran. Gegründet 1880, mit Fahne, mit Uniform, Mitgliederanzahl 383. Sanitätskolonne.
Avers:
- Kriegeremblem: Kürass unterlegt von gekreuzten Fahnen, Gewehren, Säbeln und Kanonenkugeln; umgeben von einem Kranz aus Lorbeerblättern
Revers:
- Aufschrift: „ZUR ERINNERUNG AN DAS 25 JÄHR. GRÜNDUNGSFEST U. FAHNENWEIHE 24. APRIL 1905 DES ANDREAS HOFER VETERANEN U. KRIEGER VEREINES MERAN“
Band:
- 18 mm breit, als Schleife vernäht, schwarz-gelb
Medaille aus Aluminium, Ø 33 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Militär-Veteranen-Verein Niederndorf i. P.
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915,
Seite 70: Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Brixen: Militär-Veteranen und Reservisten-Verein Erzherzog Ferdinand Karl, Sitz und Post in Niederndorf in Preusstein. Gegründet 1906, mit Fahne, mit Uniform, Mitgliederanzahl 51.
Avers:
- Durchbrochene Medaille mit rundem Lorbeerkranz
- Darin: vier gekreuzte Fahnen und zwei Gewehre
- Im Zentrum eine Trommel und darüber ein Hut
- Aufgesetztes silbernes Schriftband: „MILITÄR VET. VEREIN NIEDERNDORF“
Revers:
- Glatt, Hohlprägung
Band:
- 40 mm breit, dreieckig vernäht, weiß-rot
Medaille goldfarben, durchbrochen, 54 x 41 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Farbiger Tiroler Adler auf einem Schriftband, durchbrochen, 38 x 44 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Militär-Veteranen- und Reservistenverein Reutte
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 85: Dem k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund bis Ende 1914 nicht angehörender Verein, im Bereich des Militär-Veteranen-Landesbundes für Tirol in Innsbruck: Militär-Veteranen- und Reservisten-Verein Erzherzog Ferdinand Karl in Reutte. Gegründet 1898, mit Fahne (mit Tiroler Adler), Mitgliederanzahl 270.
Avers:
- Goldfarbener, rot lackierter Tiroler Adler, unterlegt von einem weiß emaillierten Schriftband
- Darauf goldene Schrift: „MILITÄR VETERANEN U. RESERVISTEN VEREIN REUTTE“
Revers:
- Glatt
- Dreizeiliger Erzeugerstempel: „AD. BELADA / BURGGASEE 40 / WIEN“
Band:
- 40 mm breit, dreieckig vernäht, grün
Medaille aus Aluminium, Ø 28 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Veteranenverein Schwaz
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 85: Dem k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund bis Ende 1914 nicht angehörender Verein, im Bereich des Militär-Veteranen-Landesbundes für Tirol in Innsbruck: Standschützenkompanie in Schwaz. Gegründet 1854, mit Fahne, Mitgliederanzahl 512. Es fehlt hier die Bezeichnung Veteranenverein. Auf Seite 70 finden sich zwei weitere Militär-Veteranen-Vereine, die aber beide erst 1898 gegründet wurden.
Avers:
- Kriegeremblem: Kürass unterlegt von gekreuzten Fahnen, Gewehren, Säbel und Kanonenkugeln, umgeben von einem Kranz aus Lorbeerblättern
Revers:
- Aufschrift: „ERINNERUNG AN DIE FAHNENWEIHE DES VETERANEN – VEREINS SCHWAZ 8.9. 1877“, umgeben von einem Lorbeer- und Eichenblattkranz
Band: (fehlt)
K.k. Militär-Veteranen-Verein Taufers
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 70: Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Innsbruck: Militär-Veteranen-Verein Erzherzog Heinrich, Sitz in Taufers, Post in Meran. Gegründet 1874, keine Fahne, keine Uniform, Mitgliederanzahl 55.
Avers:
- Ein Doppeladler, der in seinen Fängen einen Schild hält
- Aufschrift: „K.K. MILITÄR VETERAN- VEREIN“
- Umschrift: „EINIG MACHT STARK“
- Aufgesetztes silbernes Schrift-band: „TAUFERS“
Revers:
- Glatt, Hohlprägung
Band:
- 33 mm breit, dreieckig vernäht, weiß-rot
- An der Rückseite: Haken zum Einhängen der Dekoration
Medaille goldfarben, durchbrochen, 38 x 41 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Medaille aus Buntmetall, silberfarben, Ø 32 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Kriegerbund unter dem Schutze des hl. Georg in Wattens
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 70: Militär-Veteranen-Ergänzungsbezirksverband Innsbruck: Kriegerbund unter dem Schutze des hl. Georg, Sitz und Post in Wattens. Gegründet 1884, mit Fahne, mit Uniform, Mitgliederanzahl 34.
Avers:
- Darstellung des hl. Georg
Revers:
- Aufschrift: „KRIEGERBUND WATTENS GEGRÜNDET IM JAHRE 1884 UNTER DEM SCHUTZE DES HEIL. GEORG“
Band: (fehlt)
Goldfarbenes Leopoldskreuz, Email, Ø 45 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
K.k. Krieger-Verein Erzherzog Ferdinand Karl Wilten
Kein Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915
Bereits im Jahre 1875 hatten sich Wiltener Veteranen von ihrem Stammverein – dem „Kronprinz-Rudolf-Veteranenverein“ – gelöst, jedoch den Verein unter Beibehaltung des Namens und der Statuten weitergeführt. Die Bildung eines eigenständigen Veteranenzweigvereines war aber nach Ansicht des Kronprinz-Rudolf-Veteranenvereines und der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck nicht gegeben. Deshalb erfolgte 1879 die offizielle Gründung. Zunächst wurde 1881 der Name „Erzherzog Karl Ludwig Veteranenverein Wilten“ angenommen, 1906 folgte die Änderung des Namens in „Erzherzog Ferdinand Karl Militär Veteranenverein Wilten“. 1923 wurde daraus „Kriegerverein Wilten“ und 1931 schließlich „Krieger- und Militär-Veteranenverein Wilten Generaloberst Fürst Schönburg-Hartenstein“. Mit der gegenwärtigen Bezeichnung „Kameradschaft Wilten“ ist der Verein Mitglied im Tiroler Kameradschaftsbund.
Avers:
- Leopoldskreuz mit grünen Kreuzarmen und weißen Rand
- Goldfarbenes Mittelmedaillon mit dem Tiroler Adler, umgeben von einem weißen Schriftband
- Darauf mit goldener Schrift: „K.K. KRIEGER-VEREIN ERZH. FERD. KARL WILTEN“
Revers:
- Glatt
- Zweizeiliger Erzeugerstempel: „RUD. GIERTLER / INNSBRUCK“
Band:
- 40 mm breit, dreieckig vernäht, grün-weiß-grün
Land Vorarlberg
Veteranen-Landesbund für Vorarlberg
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 71: Der Militär-Veteranen-Landesbund für Vorarlberg war der Dachverband von 7 Veteranen-Vereinen im Land Vorarlberg. Der Landesbund war Mitglied im k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund. Es sind noch weitere 15 Vereine genannt, die aber nicht Mitglied im Landesbund und somit auch nicht Reichsbund waren.
Avers:
- Hochovales Medaillon
- Großes Vorarlberger Wappen, unterlegt von gekreuzten Säbeln, Gewehren und Kanonenrohren, beidseitig von einem von oben nach unten hängenden Lorbeerkranz umgeben
- Darunter Tafel mit dreizeiligen Schrift: „VETERANEN / LANDESBUND FÜR / VORARLBERG“
- Darunter: zwei Eichenblattzweige
Revers:
- Im Zentrum Stempel der Erzeugerfirma: „DESCHLER & SOHN MÜNCHEN VIII“
Band:
- Zwei 20-mm-Bänder (schwarz-gelb, rot-weiß) auf 45 x 30 x 30 mm Metallplatte geklebt
Medaille aus Bronze, versilbert, 38 x 40 mm; Medaille ist in der Art ihrer Ausführung und insbesondere durch die Verwendung einer Metallplatte mit zwei Bändern ungewöhnlich für Österreich (typisch für deutsche Kriegervereine)
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Erinnerungsmedaille an den Vorarlberger Standschützen-Ausmarsch 1915–1935
Anlässlich des XII. Vorarlberger Bundesschießens vom 9. bis 15. August 1935 wurde auch des zwanzigjährigen Jubiläums des Standschützenausmarsches gedacht. Aus diesem Anlass hat der Vorarlberger Schützenbund für das Bundesschießen eine nicht tragbare dreiklassige Preismedaille in Bronze, Silber und Gold gestiftet. Zusätzlich wurde eine einklassige tragbare Medaille ausgegeben, die aber eine andere Rückseite hatte. Diese Erinnerungsmedaille wurde nur an die am Ausmarsch beteiligten Standschützen verliehen. Die Veteranen mussten sich selbstständig um diese Auszeichnung bewerben und eine diesbezügliche Bestätigung der Heimatgemeinde vorlegen, dass sie tatsächlich als Standschützen im Weltkrieg gedient hatten. Vor der Verleihung war eine Gebühr zu entrichten. Die Medaille ist künstlerisch und auch technisch sehr qualitativ hochwertig ausgeführt. Leider sind der Medailleur und der Erzeuger unbekannt. Möglicherweise erfolgte die Prägung im Hauptmünzamt Wien.[4]
Avers:
- Im Zentrum: Kragenabzeichen der Vorarlberger Standschützen aus dem Weltkrieg ( Große Landeswappen, umgeben von einem Mantel und von einem Fürstenhut überhöht)
- Darunter Namenszug: „VORARLBERG“
- Umschrift: „STANDSCHÜTZEN AUSMARSCH 1915 – 1935“
Revers:
- Dreizeilige Schrift: „FÜR / UNSERE / HEIMAT“, umgeben von einem Kranz aus Lorbeer- und Eichenblättern
Band:
- 40 mm breit, dreieckig gefaltet, weiß-grün
[4] Ein herzliches Dankeschön für diese Informationen an Oberst a. D. Prof. Erwin Fitz, Präsident des Vorarlberger Militärmuseums.
Medaille aus Bronze, Ø 34 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Krieger-Denkmalweihe Bregenz 1931
Diese tragbare Plakette ist ein typisches Festabzeichen. Ohne eine feste Montage des Bandes war es nur anlassbezogen für einen kurzen Zeitraum zum Tragen bestimmt.
Das Kriegerdenkmal bei der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz wurde vom Künstler Albert Bechtold (1885–1965) geschaffen.[5] Es erinnert an die Opfer des Ersten Weltkriegs.[6]
Zu diesem Denkmal gibt es auch eine Postkarte.
Avers:
- Darstellung des Denkmales: ein auf den rechten Arm gestützter am Boden liegender Mann
- Darunter vierzeilige Schrift: „KRIEGER / DENKMAL / 19 WEIHE 31 / BREGENZ“
Revers:
- Glatt
- Zweizeiliger Erzeugerstempel: „FRANZ LANG / BREGENZ“
- Band aufgeklebt
Band:
- 20 mm breit, rot-weiß, mit einer Sicherheitsnadel
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Bechtold [03.01.2026] [6] Vorarlberger Volksblatt vom 15. September 1931, Seite 3.
Achteckige Plakette, bronzefarben, 34 x 32 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Militär-Veteranen-Verein Feldkirch
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915,
Seite 71: Militär-Veteranen-Landesbund für Vorarlberg, Militär-Veteranen-Bezirks-Bund Feldkirch. Sitz und Post in Feldkirch. Gegründet 1876, mit Fahne, mit Uniform, Mitgliederanzahl 699.
Derartige Ansteckabzeichen wurden von zahlreichen Veteranenvereinen als Mitgliederabzeichen verwendet. Die Abzeichen sind stets gleich oder ähnlich gestaltet, das extra aufgesetzte Schriftband führt die individuelle Bezeichnung des Vereins. Manchmal sind diese Ansteckabzeichen auf eine Stoffschleife angesteckt.
Avers:
- Drei Fahnen und ein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett gekreuzt
- Im Zentrum: Trommel und Hut darüber
- Darunter aufgesetztes silbernes Schriftband: „MIL. VET. VEREIN FELDKIRCH“
Revers:
- Anstecknadel
Abzeichen in Hohlprägung, goldfarben, 36 x 25 mm, ein silberfarbenes Schriftband aufgesetzt
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at
Militär-Veteranen- und Reservisten-Verein Oberdorf Dornbirn
Nachweis im Patrioten-Kalender von 1915, Seite 85: Dem k.k. Militär-Veteranen-Reichsbund bis Ende 1914 nicht angehörender Verein. Militär-Veteranen-Verein Dornbirn. Gegründet 1875, mit Fahne, Mitgliederanzahl 59.
Avers:
- Umschrift und dreizeilige Schrift im Zentrum: „MILITÄR – VETERANEN UND RESERVISTEN VEREIN OBERDORF DORNBIRN“
Revers:
- Im Zentrum: stehender Veteran mit Fahne in einer Vereinsuniform
- Umschrift: „ALTER KRIEGER DENKE AN DEINE DIENSTZEIT“
Band:
- 40 mm breit, dreieckig gefaltet, weiß-rot
Medaille aus Bronze, Ø 37 mm
Foto: Wolfgang Stecher/grapple.at