Originalbrief von Josef Speckbacher aus Wien an seine Frau
Originalbrief von Josef Speckbacher aus Wien an seine Frau
Josef Speckbacher, einer der bedeutendsten Schützenkommandanten aus Nordtirol, musste sich nach dem Scheitern des Aufstandes von 1809 bis 1814 in Wien aufhalten.
Originalbrief von Josef Speckbacher aus Wien an seine Frau: Transkription
Mein Herz aller Liebste
Mein Weib liebe Maidli
Ich Erfreie Mich der Nachricht, das ich erfarn habe In denm Schreiben, das du gott lob und dank dich gesund befindest wir auch unsere lieben Kinder und Mein liebe Geschwisterat. Ich verhof auch das e mit den fich wird mit der gottes Hilf besser werden. Ich gott lob bin gesunt,aber nur zufriedenheit Manglet, das ich von dir und unseren Kinderen muss gantz geschieden sein. Aber alles mit geduld, gott wird es Schon Wieder umb richten, der so geordnet hat, Ich habe hait als den 19 te dein Schreiben erhalden und habe geforchten Es Miesse der brief auf gehoben sein worden und habe geforchten es seche zu haus Noch viel übleraus, weil Mier So vil Weillancken Sein angefallen—Ich werde mich mitdiessen Brief geschwind(t) verwenden und zu benuzen suchen liebe Meidli. Sey nur getröst und gottes Hilf wird alles Wieder in alden Stant kommen – Ich werde dier in kurzer Zeit Ein wenig Ein gelt Schicken. So vil ich helfen kann, das will ich von Herzen gern tuen und bin es auch vom Gott der Weld Schuldig. Ein gewisser Kaufmann von Insprug, dessen Nambe Mirr noch unbekannt ist, weil ich zur gewissen auskunft nicht Mer zeit habe wegen aufgabe des Briefes, ich über Schicke dier 50 gulden und werde dier so balde Möglichst Schon geschwint Wieder Helfen—ich übergib es da in Wien einen Kaufmann, das durch Wexl dier sicher geschicket wird – Ich werde dich Mein liebstes Weib für das ungern Nicht Mer blageh, in dem Ich dier schon zuvor so viel blag habe aufgetan—Indem Mich schon der Keiser so gerne in Ungarn sechte und uns auf der anderen Seiten so ein grosses glick herein schaugt – aber es wird uns auch in Esterreich oder in Steyermarcht guet gen—Traue nur auf gott und sei nit verzagt, es ist alles Schicksal. Gedenk, es tauert nit Mer so langs tauert hat. Wen ich nit so weit von Wien herumb etwas Bekemmete so weren Wier zumb glücklichsten. Etwas zu broventieren wer gar kein solicher blag als wie umb Wien, wo man alles in höchsten Wird kann anbringen. Die Mass gute Milch etliche 40 Kreizer und dies noch unglaublich —- und der siesse Ram das Seitl ist 13 h und ist dieser, das Mier bey uns die Milch bald so lieb ist und das hundert Kabis Köpf 20 Gulden und der Schab Stro, der 10 zechen pfund sollde wegen, 48 Kreyzer, Star erdöpfli 4 guld, die Rueben 3 oder 4 und so Wieder—und wen ich umb Wien her were, so däte ich das Stro ales verkaufen, weil man in Wien 20 gulden solichre Mist, wo noch oft das haberstro ganz ist, bey den herschaften kann auflegen, was man wöck bringt. diesen däte ich noch den— einströben. Solichen kann Man haben so vil man will noch die tausent fuder. Diesen kann Man mit mit dem zuruckfahren auflegen. Wo amn alle Tag kann in die Stat, alle Tag mit Holz oder mit Kalch oder Zigli, Zigli fieren ist das schlechtigste vertienst, doch des tags 18 gulden zu Stik konnt Man diesen —– auflegen. Den zöllen nach scheinen die gietter umb Wien herumb teyer zu sein, aber gegen gut gelt sein sie nirgends so wohlfeil als wie da umb Wien.
Die gietter sovil auf Bergen und mit den Tungat der Vordeil ist, menn man nur will so muss Man gut daraus kommen. so vil grunt, als mir zu haus haben, bekemmeten Mier gegen guet gelt und gegenwerdigen Tausch umb höchstens 3000 guldn gegen zötli gegen dreyssig tausent. Wer jetzt gegenwerdig ein guetes gelt auf Esterreich oder Steyermarcht. Bringt – glicklich sold es Ein Mal anders werden, so kann man dan verkaufen und wieder zurückziehen mit grossem wo man von Ein tausent kann 9 oder 10 bekommen. Weil das geld wieder gleich werden wird. Also sihest du ein wen du das Heimat kannst verkaufen und dieses was uns noch herauskemmet, dies gleich konnt bezallet werden, was Mier fir einen Nuzen zu hoffeb heten. In Steiermarcht weren die gieter noch vil wöhlfeiler umb die helfte, aber mit den verschleiss und allen gelegenheiten auch kein vergleich. Sonst ein Ord als wie Tyrol und die – heit besser als bey uns und mit die – gar kein vergleich
Lebe wohl mein liebst Meidli in Schutz gottes
dein getreyer Mann
Joseph Speckbacher
Wien den 19ten