Verluste der Standschützen
Verluste der Standschützen
Gleich der von Michael Forcher angemerkten höchst lückenhaften Erforschung der zum Kriegsdienst einberufenen Standschützen gilt dies umso mehr zu deren Verlusten. Der Tiroler Landesarchivar und spätere Direktor des Landesarchivs, Dr. Wilfried Beimrohr, musste anmerken, dass die tatsächlichen Verlustzahlen sowohl bei den Landsturmverbänden als auch bei den Standschützen unbekannt wären.[1]
Demzufolge können die Verlustzahlen der Standschützen ebenfalls nur ansatzweise anhand von vorliegenden Forschungsarbeiten angenommen werden:
Bei den beiden Bataillonen Kaltern I und II, die später zum Bataillon Kaltern unter Major Baron di Pauli zusammengefasst wurden, rückten 1915 insgesamt 30 Offiziere und 609 Mann aus, davon sind 13 Standschützen gefallen, 21 Mann verstorben, 10 Mann wurden verwundet und 2 Mann gefangen.[2] Das würde eine relativ geringe Verlustrate von etwas über 5 % an Gefallenen und Verstorbenen bedeuten. Diese Zahlen beziehen sich auf den Kriegseinsatz. Todeszahlen des Bataillons in der italienischen Kriegsgefangenschaft werden in der Publikation von Heinz Tiefenbrunner nicht angeführt. Intensiver wurden die Verluste unter den Vorarlberger Standschützen aufgearbeitet:
[1] Vgl. Wilfried Beimrohr, Die Kriegstoten und die mobilisierten Soldaten Tirols im Ersten Weltkrieg, Tiroler Landesarchiv 2014, https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/kunst-kultur/landesarchiv/downloads/Kriegstote_Tirol.pdf [Stand: 23. November 2025]. [2] Vgl. Heinz Tiefenbrunner, Standschützen Bataillon Kaltern 1915–1918. Aus dem Kriegstagebuch des Majors Johann Nepomuk Baron di Pauli, Bozen 1996, S. 319.
Die Bearbeitung im Standardwerk über die Vorarlberger Standschützen von Peter Tschernegg und Sigi Schwärzler erwähnt die Verluste auch namentlich.[3]
Somit lagen die Gesamtverluste während der Kriegszeit und der Kriegsgefangenschaft zwischen fast 5 % beim Bataillon Bludenz und 10 % bei den Bataillonen Dornbirn, Rankweil und Bregenz. Anzumerken ist, dass je nach Einsatzraum die Verlustzahlen der Verstorbenen neben Krankheiten vor allem in den alpinen Gefahren zu suchen sind. Lawinen forderten auch unter den Standschützen zahlreiche Todesopfer. Auffällig sind auch beträchtliche Verlustzahlen in der Kriegsgefangenschaft in Italien oder Albanien.
[3] Vgl. Peter Tschernegg/Sigi Schwärzler, Vorarlbergs Standschützen im 1. Weltkrieg, S. 308–314. [Anm. d. Verf.: Die Ausrückungszahlen befinden sich auf S. 30.]