Das Südtirol-Paket und der Weg zur Autonomie
Das Südtirol-Paket und der Weg zur Autonomie
Ende der 1960er-Jahre kam es nach Jahren der Spannungen und Gewalt endlich zu einer politischen Lösung für Südtirol. Am 30. November 1969 wurde bei einem Treffen zwischen dem italienischen Außenminister Aldo Moro und seinem österreichischen Amtskollegen Kurt Waldheim in Kopenhagen eine Vereinbarung getroffen, die zur Unterzeichnung des sogenannten „Südtirol-Pakets“ führte. Diese Vereinbarung legte die Grundsätze der Gleichberechtigung und des Schutzes der drei Sprachgruppen des Landes fest: Italiener, Deutsche und Ladiner.
Das neue, durch das Abkommen sanktionierte Autonomiestatut wurde vom italienischen und vom österreichischen Parlament gebilligt und ab 1972 mit der Einführung einer Reihe von Maßnahmen umgesetzt, die einen Wendepunkt in der Geschichte der Region markierten. Die der lokalen Bevölkerung gewährte Autonomie stellte einen wichtigen Schritt zur Befriedung und zur Beendigung der Gewalt dar.
Sprengung des Andreas Hofer-Denkmals am Bergisel in Innsbruck am 1. Oktober 1961 durch italienische Neofaschisten. Die Attentäter hinterließen eindeutige Hinweise zu ihrer Urheberschaft.
Quelle: Bundesministerium für Inneres/Entschärfungsdienst, Wien
In den folgenden Jahren stabilisierte sich schrittweise die Lage trotz einiger Versuche, die Spannungen wieder anzuregen, vor allem durch gewaltsame Aktionen, die glücklicherweise keine Opfer forderten. Italien war in der Zwischenzeit mit anderen schwerwiegenden internen Problemen konfrontiert, wie dem „historischen Kompromiss“, dem Kampf gegen die Roten Brigaden, den staatlichen Massakern und dem wachsenden Phänomen der organisierten Kriminalität.
Südtirol hingegen konnte endlich einen Weg der Befriedung und des Wohlstands einschlagen. Die politische Stabilisierung ermöglichte es der Region, sich zu entwickeln und eine wachsende Zahl von Touristen anzuziehen, viele davon aus Italien selbst, was die Wirksamkeit der erreichten Autonomie beweist.Heute ist die Region ein Beispiel dafür, wie ein gut strukturiertes Abkommen historische Konflikte lösen und das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften sichern kann.
Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.