Die erste Teilung Tirols unter Napoleon
Die erste Teilung Tirols unter Napoleon
Es ist merkwürdig, wie Napoleon dank des Schönbrunner Abkommens die Teilung des historischen Tirols geplant hatte. Ein großer Teil Tirols wurde dem napoleonischen Königreich Italien zugeteilt. Das Departement Alto Adige umfasste einen großen Teil des heutigen Trentino (ohne Primiero), Bozen, das Bozner Unterland, einen großen Teil des Salten und den Deutschnonsberg. Dem Departement Piave wurden das obere Pustertal, Ampezzo, Buchenstein und das Primiero zugewiesen. Osttirol, Sillian und Lienz fielen an die Illyrischen Provinzen. Das restliche Tirol wurde dem Königreich Bayern zugeteilt. Diese vollständige Umwälzung der Grenzen war nur von kurzer Dauer, sie hielt nämlich bis zum 30. September 1811 an, gilt jedoch als erster Versuch der Aufteilung Tirols.
Andreas Hofer wird in Tirol und Österreich bis heute als Symbol des Tiroler Widerstandes verehrt und gilt als Held, der lieber starb, als sich zu unterwerfen. Es gibt zahlreiche Gedenkstätten, Denkmäler und Feierlichkeiten, darunter auch die berühmte Hymne zu seinen Taten: „Zu Mantua in Banden“.
Seine Person ist auch eng mit dem Bund der Treue verbunden – dem Treueeid, den die vier Stände des Tiroler Volkes (darunter auch die Bauern) dem Heiligsten Herzen Jesu geschworen haben. Dieses Gelöbnis erfolgte 1796 im Austausch für göttlichen Schutz vor der napoleonischen Invasion. Seitdem werden zum Gedenken an dieses Ereignis am zweiten Sonntag nach Fronleichnam Feuer auf den Bergen Tirols entzündet. Die Herz-Jesu-Feuer sind eine alte Tradition, die bis ins Jahr 1200 zurückreicht, aber erst durch den Eid von 1796 zu einem jährlichen Ereignis wurden.
1810 erfolgte erneut eine Grenzverschiebung. Napoleon ordnete die Aufteilung des Landes an: Das Gebiet nördlich von Bozen blieb bayerisch. Bozen und alle südwärts gelegenen Gebiete hingegen gingen an das Königreich Italien. Damit existierte das historische Tirol kurzzeitig nicht mehr als einheitliches Gebiet.
Quelle: https://www.tirol.gv.at/