Mantua und Andreas Hofer in der Gegenwart
Mantua und Andreas Hofer in der Gegenwart
Im Jahr 1984 wurde der Hofer-Park, ein Areal von 5.000 Quadratmetern, mit einem neuen, schlichten und feierlichen Monument eingeweiht. An der Zeremonie nahmen Schützenkompanien, die Stadt Mantua sowie das Land Tirol und die Provinz Bozen teil: Das Gedenken wird zur Brücke zwischen den Gemeinschaften. 2006 wurde am Palazzo d’Arco, dem Ort des Prozesses, eine neue Gedenktafel angebracht. Seit geraumer Zeit finden die Feierlichkeiten nun alljährlich am 20. Februar unter Beteiligung der mantuanischen und Tiroler Institutionen statt. Seit 2010 bekräftigt zudem ein neues Denkmal am Eingang des Hofer-Parks die Verbundenheit zwischen Mantua und der Heimat des Helden.
Von den Chroniken des Jahres 1810 über die Reaktionen von 1961 bis hin zu den heutigen Gedenkfeiern tritt ein konstantes Merkmal hervor: Mantua hat in Andreas Hofer stets den Menschen erkannt, nicht den Feind; einen Märtyrer der Freiheit, nicht ein zu instrumentalisierendes Symbol. Die Stadt reagierte mit Mitleid im Jahr 1810, mit menschlichem Anstand im Jahr 1910 und mit demokratischer Entschlossenheit im Jahr 1961. In dieser langen Zeitspanne wurde Hofer beinahe zu einem Prüfstein der mantuanischen Identität – einer Gemeinschaft, die Gewalt ablehnt, Instrumentalisierungen zurückweist und das Gedenken als einen Ausdruck von Menschlichkeit und Anstand verteidigt.