Identität, Kritik und erweiterte gesellschaftliche Sichtweisen
Identität, Kritik und erweiterte gesellschaftliche Sichtweisen
Roberto (39): „Als italienischsprachiger Tiroler besuchte ich die landwirtschaftliche Schule in San Michele all’Adige. Da ich nicht aus der Provinz Trient kam, nannten mich meine Mitschüler ‚Ausländer‘. Dort begann ich, mich für die Geschichte Südtirols zu interessieren, und beschäftigte mich besonders mit Andreas Hofer. Das Wichtigste, was Andreas Hofer mir persönlich und für meine ideologische Entwicklung bedeutete, war die Erkenntnis, dass meine Heimat Tirol ist und nicht Italien. Sein Beispiel hat mir verdeutlicht, dass jeder von uns seinen Beitrag leisten kann, die Tiroler Identität zu bewahren. Ich wollte auch der Schützenkompanie beitreten, um sein Andenken und sein Opfer aktiv zu ehren. Das Beispiel von Andreas Hofer sollte die Südtiroler lehren, dass in einem Europa der Völker jeder das Recht hat, seine Unabhängigkeit zu wahren, und sich nicht einem Staat unterwerfen muss, der sich als Kriegsbeute Land und Volk ohne dessen Zustimmung angeeignet hat. Andreas Hofers Geschichte kann noch immer zeigen, dass ein unterdrücktes Volk das Recht und die Pflicht hat, seine Freiheit zu verteidigen.“
Michael (19): „Zum ersten Mal habe ich in der Schule von Andreas Hofer gehört. Im Geschichtsunterricht wurde er als wichtiger Freiheitskämpfer Tirols vorgestellt. Auch außerhalb der Schule war mir sein Name bekannt, zum Beispiel durch Denkmäler oder Gedenktage. Damals habe ich ihn vor allem als historischen Helden gesehen. Andreas Hofer hat mich vor allem durch seinen Mut und seine Verantwortung für die Heimat beeindruckt. Sein Beispiel hat mich zum Nachdenken gebracht, wie wichtig es ist, für seine Überzeugungen einzustehen. Dadurch habe ich begonnen, Heimat und Verantwortung bewusster wahrzunehmen. Heute sehe ich Andreas Hofer differenzierter. Für mich und für Südtirol steht er weniger für Heldenverehrung, sondern dafür, aus der Geschichte zu lernen. Seine Geschichte erinnert uns daran, wie wichtig Zusammenhalt, Mut und Verantwortung auch heute noch sind.“
Fritz (33): „Aus einer Schützenfamilie kommend, hab ich schon früh von unserem Deutschtiroler Helden Hofer gehört. Sofort begeisterte ich mich als Kind für den Heldenmut, den unsere Tiroler Freiheitskämpfer in den Freiheitskriegen bewiesen hatten. Persönlich hat Andreas Hofer eine sehr große Bedeutung und einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. Sein Einsatz für unser deutsches Tirol sollte uns allen ein Beispiel sein. So wie es mir mein Vater weitergegeben und vorgelebt hat, möchte auch ich mich für unsere Heimat, das Deutschtum und unsere deutsche Kultur einsetzen und dieses Feuer meinen Kindern weitergeben. Er hat mich in der Tat beeinflusst. Freiheit und Selbstbestimmung sind leider nicht selbstverständlich. Daher müssen auch wir uns dafür einsetzen und dafür kämpfen!“