3

Chronologische Darstellung Andreas Hofer

Hubert Speckner

1767 -1806

1767

1767

Am 22. November wird Andreas Hofer in St. Leonhard im Passeier geboren.

1780 – 1785

Hofer wird mit 13 Jahren zur Familie von Miller nach Cles im Nonstal in Welschtirol geschickt, um die italienische Sprache sowie das Gewerbe als Wirt und Händler zu erlernen.

1785 – 1788

Andreas Hofer arbeitet im Gasthof Armani-Zanini in Ballino/Trentino.

1788

Rückkehr nach St. Leonhard im Passeier.

1789

1789

Übernahme des väterlichen Erbes als Wein- und Pferdehändler und Hochzeit mit Anna Ladurner.

1790

Abgeordneter zum Tiroler Landtag für das Passeier.

1796

Korporal in einer Meraner Landsturmkompanie.

1797

Hauptmann und Kommandant der 1. Passeierer Landsturmkompanie.

1804

1804

Andreas Hofer trifft Erzherzog Johann im Sandhof.

1805

26. Dezember: Friede von Preßburg. Österreich muss Tirol an Bayern abtreten.

1806

Briefwechsel zwischen Andreas Hofer und Erzherzog Johann.
Andreas Hofer als Mitglied einer Tiroler Deputation in Wien.

1809

Jänner/Februar 1809

Andreas Hofer in Wien. Geheime Gespräche mit Erzherzog Johann und Josef Freiherr von Hormayr über Vorbereitungen zum Aufstand gegen Napoleon in Tirol.

11. April 1809

11. April 1809

Schlacht bei Sterzing gegen bayerische Truppen.

April 1809

Aufstand gegen die Fremdherrschaft.

12. April 1809

12. April 1809

Erste Schlacht am Bergisel.

26. April 1809

Nachdem die französischen Truppen Rovereto in Richtung Verona verlassen hatten, rückten das Habsburger-Heer und die Tiroler Rebellen unter Andreas Hofer in die Stadt ein.

27. April 1809

Ganz Tirol (außer Kufstein) ist befreit.

Mai 1809

Mai 1809

Andreas Hofer wird zum Oberkommandant über die Tiroler Truppen ernannt.

15. Mai 1809

Erhebung Andreas Hofers in den erblichen Adelsstand. Bis heute ist unbekannt, ob Hofer davon Kenntnis erlangte.

25. bis 29. Mai 1809

25. bis 29. Mai 1809

Zweite Schlacht am Bergisel.
Die Franzosen und Bayern werden besiegt und ins Tiroler Unterland zurückgedrängt.

12. Juli 1809

12. Juli 1809

Waffenstillstand von Znaim. Die Franzosen besetzen erneut Tirol. Andreas Hofer hält sich zu der Zeit im Nonstal auf, wo er zum Wallfahrtsort San Romedio pilgert, um Gottes Beistand zu erbitten.

22. Juli 1809

Anordnung von Erzherzog Johann, Tirol nicht zu räumen.

13. August 1809

13. August 1809

Dritte Schlacht am Bergisel.
Die Franzosen und Bayern werden erneut besiegt.

15. August bis 21. Oktober 1809

15. August bis 21. Oktober 1809

Andreas Hofer wird von Kaiser Franz I. zum Statthalter von Innsbruck eingesetzt.

14. Oktober 1809

Im Schönbrunner Frieden wird Tirol abermals an Frankreich bzw. Bayern abgetreten, was in Tirol als Betrug angesehen wird, wodurch Andreas Hofer zum Widerstand aufruft.

1. November 1809

1. November 1809

Vierte Schlacht am Bergisel.
Die Truppen Andreas Hofers werden von den Franzosen besiegt. Weitere Widerstandsversuche brechen zusammen.

8. November 1809

Proklamation Andreas Hofers zum Einstellen des Widerstandes.

26. November 1809

26. November 1809

Andreas Hofer muss nach Südtirol fliehen und versteckt sich auf der „Kellerlahn“, dann auf dem „Pfandlerhof“ und zuletzt auf der „Pfandleralm“ bei St. Martin im Passeier.

1810 - 1814

Anfang Jänner 1810

Franz Raffl, Grubhofbauer in Prantach, entdeckt Andreas Hofer auf der Pfandleralm. Hofer gibt Raffl einen Geldbetrag als „Schweigegeld“. Raffl gelobt mit Handschlag, Hofer nicht zu verraten.

28. Jänner 1810

28. Jänner 1810

Andreas Hofer wird von den Franzosen durch den Verrat von Franz Raffl in den frühen Morgenstunden auf der Pfandleralm vom französischen Hauptmann Renouard mit etwa 600 Soldaten verhaftet. Mit ihm werden seine Frau Anna, sein 15-jähriger Sohn Johann und sein Schreiber Kajetan Sweth verhaftet und nach Meran geführt.

28./29. Jänner 1810

28./29. Jänner 1810

Andreas wird vom französischen General Huard de Saint-Aubin in Meran im Gasthof „Goldener Adler“ (späterer Name „Zum Grafen von Meran“) verhört. Der Raum des Verhörs trägt jetzt noch den Namen „Hofer Stube“. Ob Andreas Hofer die Nacht im Gefängnis von Meran verbrachte oder weiter nach Bozen transportiert wurde, ist nicht geklärt.

29. Jänner 1810

29. Jänner 1810

Andreas Hofer wird in Bozen im St. Afra-Haus verhört und von mehreren hochrangigen französischen Offizieren in der Gefängniszelle besucht. In der folgenden Nacht nimmt Andreas Hofer von seiner Frau und seinem Sohn Abschied, die am Morgen von ihm getrennt werden. Nur sein Sekretär Kajetan Sweth bleibt bei Hofer.

30. Jänner 1810

Hofers Frau und sein Sohn werden in Bozen nicht zuletzt durch die Unterstützung durch Frauen aus Bozen freigelassen, vor allem von Maria Anna von Pach, aber auch der deutschstämmigen Gattin des französischen Generals Baraguay d’Hilliers.

30./31. Jänner 1810

30./31. Jänner 1810

Andreas Hofer wird für eine Nacht in Neumarkt an der Etsch im Gerichtsdienerhaus im Unteren Markt gefangengehalten. Dort besuchte ihn sein Freund Vinzenz Pühler, der einen Brief an Hofers Frau Anna weiterleitete.

31. Jänner 1810

Andreas Hofer wird um 15.00 Uhr auf dem Domplatz von Trient öffentlich zur Schau gestellt und am Folgetag weiter nach Rovereto transportiert.

2. Februar 1810

2. Februar 1810

In Ala verbringt Hofer seine letzte Nacht auf Tiroler Boden im Palazzo Taddei. Dabei habe sich für ihn die Möglichkeit zur Flucht aufgrund von Kohlenmonoxid-Dämpfen geboten, durch die das Wachpersonal betäubt wurde. Andreas Hofer habe anstatt zu fliehen Hilfe geholt.

5. Februar 1810

Der Gefangenentransport mit Andreas Hofer und Kajetan Sweth kommt in Mantua an. Die Bürger von Mantua wollen Hofer freikaufen.

11. Februar 1810

Anordnung durch Napoleon, Andreas Hofer erschießen zu lassen.

19. Februar 1810

Militärgericht in Mantua. Der Staatsanwalt Dr. Brulon fordert die Todesstrafe, der Verteidiger – der Mantueser Rechtsanwalt Dr. Gioacchino Basevi – plädiert für Freispruch. Bei Tagesanbruch wird Andreas Hofer das Todesurteil verkündet.

20. Februar 1810

ETWA 11 UHR VORMITTAGS
Erschießung durch französische Soldaten bei der Porta Giulia in Mantua. Der Leichnam wird auf dem Friedhof der Kirche San Michele beigesetzt.

28. Februar 1810

Vertrag von Paris.
Tirol wird auf drei Herrschaftsteile aufgeteilt.

30. Mai/3. Juni 1814

Pariser Verträge. Tirol wird wieder frei.

1823 - 1838

8./9. Jänner 1823

8./9. Jänner 1823

Fünf Offiziere des 1. Bataillons der Tiroler Kaiserjäger exhumierten auf Betreiben von Leutnant Georg Hauger – der einst mit Andreas Hofer kämpfte – den Leichnam Andreas Hofers. Die Gebeine werden in einer leeren Munitionskiste mitgenommen.

30. Jänner 1823

Bataillons-Oberarzt Dr. Murko setzt in Trient die Gebeine zusammen, die in einer Holzkiste untergebracht und später nach Bozen gebracht werden, wo die Gebeine in einen Eichensarg umgebettet werden.

31. Jänner 1823

31. Jänner 1823

Kaiser Franz ordnet die Beisetzung Andreas Hofers in der Innsbrucker Hofkirche an.

Kaiser Franz ordnet zudem eine Untersuchung an, da „das eigenmächtige und ohne allen Befehl und höherem Vorwissen“ begangene Handeln der Kaiserjäger-Offiziere nicht im Sinne des Hofes war. Neben Leutnant Hauger betraf dies Hauptmann Alexander Chevalier de Rocqueville, Hauptmann Johann von Rumpelmayer, Hauptmann Eduard Freiherr von Sternbach und Oberleutnant Josef Schön. Nach der Anordnung eines ein- bis dreimonatigen Arrestes blieb es bei einer „angemessenen Zurechtweisung“ der Offiziere, nicht zuletzt durch die Unterstützung durch Feldmarschallleutnant Franz Philipp Fenner Freiherr von Fennberg wegen der „edlen Beweggründe“ der Beschuldigten.

19. Februar 1823

Andreas Hofers Leichnam kommt in Innsbruck an.

21. Februar 1823

Beisetzung von Andreas Hofer in der Innsbrucker Hofkirche, die offiziell erst am 24. Februar bekanntgegeben wird.

1831

Das Lied „Zu Mantua in Banden“ wird von Julius Mosen verfasst. Die Melodie des „Andreas Hofer-Liedes“ wird später von Leopold Knebelsberger komponiert.

5. Mai 1834

5. Mai 1834

Einweihung des Andreas Hofer-Denkmals in der Hofkirche Innsbruck, das erst im November 1937 endgültig fertiggestellt wurde. Der schwarze Trauerflor an der Statue Andreas Hofers wurde nach der Teilung Tirols angebracht.

1838

1838

Kaiser Ferdinand I. kaufte nach dem Tod von Andreas Hofers Witwe Anna den hoch verschuldeten Sandhof.

1859 - 1899

1859

1859

Georg Hauger stirbt in Wien und wird 1935 ebenfalls in die Hofkirche überführt, wo er in der Nähe Andreas Hofers beigesetzt wird.
© Tiroler Landesmuseen/Hofkirche, Foto: Watzek

1863

1863

Kaiser Franz Joseph I. reiht Andreas Hofer in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ ein, wodurch in der Ruhmeshalle des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien eine Statue von Hofer errichtet wird.

1896

Der Münchner Maler Michael Zeno Diemer erschafft das Riesenrundgemälde der 3. Bergiselschlacht. Das Gemälde wird 2011 im Bergisel-Museum neu installiert.

1899

1899

Kaiser Franz Joseph I. besucht den Sandhof aus Anlass der 90-Jahr-Feier des Tiroler Aufstandes. Bei dem Fest wird die Andreas Hofer-Gedächtniskapelle mit einem Bilderzyklus des Malers Edmund von Wörndle zum Leben Andreas Hofers eingeweiht.

1948 - 1984

2. Juni 1948

Das „Andreas Hofer-Lied“ wird Tiroler Landeshymne.

24. Mai 1961

24. Mai 1961

Italienische Neofaschisten des „Corti Franchi Italiani“ (Italienisches Freikorps) sprengen das Denkmal Andreas Hofers an der Hinrichtungsstätte in Mantua.

1. Oktober 1961

1. Oktober 1961

Italienische Neofaschisten der Jugendorganisation „Giovane Italia“ sprengen das Andreas Hofer-Denkmal am Bergisel in Innsbruck.

1979

Italienische Neofaschisten sprengen das Denkmal Andreas Hofers in Meran.

18. Februar 1984

Einweihung des Andreas Hofer-Parks und des Denkmals in Mantua am Ort der Hinrichtung.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner