Die „Geburt“ der deutschen Gebirgstruppe

Grabmal am Pass le Selle nach italienischem Angriff Juni 1915; Beschriftung: Heldengrab mit 12 Toten
Foto: Sammlung Peter Tschernegg / Dornbirn

Ein mecklenburgischer Jäger; im Hintergrund die Ortschaft Perra/Pozza.
Foto: Sammlung Peter Tschernegg / Dornbirn

Jäger vor dem Abmarsch ins Feld
Foto: Sammlung Peter Tschernegg / Dornbirn

Pferde konnten ohne eine andere Belastung sogar jeweils fünf bis sechs Soldaten „im Trabe“ ziehen.[4] Auf diese Weise sollten sie schnell als „Feuerwehr“ an Brennpunkte der Front geworfen werden können. Letztlich sollte jeder Kompanie und jedem Bataillon ein skibewegliches und weitgehend unabhängig und selbständig operierendes Jagdkommando zugeteilt werden.[5]

Seit 1911 durften sich auch einige Unteroffiziere der bayerischen Telegraphentruppe beim k. b. I. Jägerbataillon im Skilaufen schulen lassen, um ihnen auch bei Schnee die Revision der Fernsprechleitungen zu ermöglichen. Diese Ausbildung war allerdings auf Unteroffiziere beschränkt, „weil diese vorwiegend den Bevölkerungsschichten entwachsen sind, die derartigen Sport nicht betreiben“[6], während skifahrende Offiziere und Mannschaften angesichts der Zunahme des Skisportes ausreichend zur Verfügung standen. Skilaufen hatte sich nämlich auch unter den Angehörigen der bayerischen Armee zu einem populären Freizeitspaß entwickelt – was das Kriegsministerium in München aber nicht unbedingt goutierte: Es fürchtete eventuelle Schadenersatz- oder gar Pensionsansprüche nach Skiunfällen! Aus diesem Grund genehmigte das Ministerium dem in Kempten stationierten II. Bataillon des k. b. 20. Infanterieregiments erst 1912 die Durchführung freiwilliger Skikurse unter der Leitung von Offizieren bei gleichzeitiger Anerkennung von Skiunfällen als Dienstbeschädigung.

[4] Von Rango, S. 12.
[5] Nach Von Rango, S. 12.
[6] In: Müller/Schulz, S. 12
Cookie Consent mit Real Cookie Banner