Bergführerabzeichen
Bergführerabzeichen
Da es zu Kriegsbeginn noch keine militärischen Bergführerabzeichen gab, trugen die Bergführer oft ihr ziviles Abzeichen der Vereine (Alpenverein, Touristenclub, Österreichischer Alpen-Klub) zur Uniform.
Zur Kenntlichmachung der Angehörigen der Bergführerkompanien, nicht aber für die Hochgebirgskompanien, wurde dann ein besonderes Abzeichen kreiert. Gemäß Feldpost 239 „HGrpKmdo. GO. Erzh. Eugen. Op.
Nr. 46.643 vom 11. Oktober 1916 – Organisation des Bergführerwesens – an das K.u.k. Korpskommando GdI v. Roth“ wurde erstmals zur „Kenntlichmachung der Mannschaft der Bergführerabtn. (Bergführerabteilungen; Anm. d. Verf.)“ ein Abzeichen „provisorisch festgelegt“.
Zugsführer Franz Marinelli aus Au-Vorarlberg. Einsatz als Bergführer und Patrouillen-Kommandant in den Sextener Dolomiten beim Deutschen Alpenkorps. Erste Feuertaufe am 7. Juni 1915, dabei nahm er mit seiner siebenköpfigen Patrouille 250 Italiener gefangen. Träger mehrerer Auszeichnungen.
Erstmalige Darstellung des Militär-Bergführerabzeichens vom 11. Oktober 1916
Foto: ÖStA/KA/NFA 20. Kps(neu) 1916. Kt. 2800.
In diesem Aktenstück wurde das Armeeoberkommando (AOK) ersucht, die „Bezeichnung Bergführer“ auch in den Personaldokumenten anzuführen.[1]
Es dauerte dann allerdings noch fast bis Kriegsende, bis man dieses „Militär-Bergführerabzeichen“ auch offiziell eingeführt hatte. Das Abzeichen war für die Angehörigen der Bergführerkompanien, nicht jedoch für die Hochgebirgskompanien und wurde von den Bergführern, wie auf vielen Fotos erkennbar, bereits ab Herbst 1916 getragen.
Mit Erlass vom 26. Juni 1918 wurde offiziell zwecks Kennzeichnung der Zugehörigkeit zu einer Bergführerformation „auf Kriegsdauer“ ein Militär-Bergführerabzeichen geschaffen. Es war sowohl von ausgebildeten Bergführern als auch von Bergführer-Aspiranten zu tragen, letzteren aber im Falle der Rückversetzung zu ihrem Stammtruppenkörper wieder abzunehmen.
Es bestand aus einem zwischen den Buchstaben B und F senkrecht gestellten Eispickel, die allesamt aus dunkelblauem Tuch ausgeschnitten und am Oberärmel von Windjacke, Mantel oder Bluse, zehn Zentimeter unterhalb der Schulternaht, aufgenäht wurden.
[1] Organisation des Bergführerwesens. HGrpKmdo. GO. Erzh. Eugen. Op. Nr. 46.643 vom 11. Oktober 1916. ÖStA/KA/NFA 20. Kps(neu) 1916. Kt. 2800.
Gedenkstein für die auf der Costabella gefallenen Bergführer beim k.u.k. Soldatenfriedhof Vigo di Fassa
Daneben gab es eine metallene Bergführerauszeichnung, welche eingeführt worden ist, um (fertig ausgebildete) Bergführer von Bergführer-Aspiranten deutlich unterscheidbar zu machen. Diese Auszeichnung ging auf einen am 4. Oktober 1917 vom K.u.k. XX. Korpskommando beim k.u.k. Heeresgruppenkommando FM Frh. v. Conrad vorgelegten Entwurf zurück, der am 16. Oktober 1917 vom Armeeoberkommando, Op. Nr. 46.064, „wohlwollend“ dem Kriegsministerium übermittelt wurde. Das nunmehr „Militär-Bergführerauszeichnung“ genannte Metallabzeichen zeigte in der Mitte eine stengellose Edelweißblüte, umgeben von einem ovalen Kranz aus Bergseilen über einen aufrechtstehenden Eispickel gelegt. Die Auszeichnung wurde auf Vorschlag des Bergführer-Gruppenkommandanten vom Armeekommando verliehen.[2]
Für die Auszeichnung infrage kamen „Angehörige der Bergführerformation, die auf Grund der bestehenden Bestimmungen zu Militärbergführern ernannt wurden und die im Dienste bei der Armee im Felde hervorragende Leistungen als Bergführer unter sehr ungünstigen alpinen Verhältnissen vollbracht oder schwierige alpine Unternehmungen unter heftiger feindlicher Gegenwirkung erfolgreich durchgeführt hatten“. Das Abzeichen wurde an der linken Brusttasche der Feldbluse, an der Windjacke oder am Mantel in und außer Dienst getragen.[3]
[2] Bergführerabzeichen. AOK Op. Nr. 47.161. 15.11.1917. ÖStA/KA/AOK-Op.-Abteilung/Op. Akten 1917. Kt. 138. [3] Verordnungblatt f.d.k.u.k. Heer. Beiblatt 1918. 28.-54. Stück. Beiblatt 30/18. Nr. 517. Erlaß vom 28. Juni 1918, Abt. 13, Nr. 16185. ÖStA/Bibliothek.