Zivilisten – Vorreiter des Alpinismus

Die Erstbesteigung des Matterhorns am 14. Juli 1865 durch Edward Whymper mit einheimischen Führern ist zu einer Art Symbol für die alpinistische Erschließung und für deren Tragödie geworden.

Mit der Besteigung des Mont Blanc 1787 wurde der zivile Alpinismus und somit die Eroberung der Alpen eingeleitet. Aus dem Bergsteigen wurde ein Sport, zumindest für die Briten. Für die Einheimischen war die britische Sicht auf das Besteigen von Bergen völlig neu. Mit dem so typisch englischen Sportsgeist konnten sie zunächst wenig anfangen. Trotzdem setzte kaum ein Engländer einen Fuß auf einen Berg, ohne von einem Ortskundigen begleitet zu werden. Hirten, Gamsjäger, Wilderer, Schmuggler oder Kristallsammler wurden so zu gesuchten Trägern und Führern – das waren aber keine Bergführer, denn vor den 1860er-Jahren von „Bergführern“ zu reden, wäre irreführend, schließlich suchten die Engländer nicht Bergführer in einem heutigen Sinne. Was sie brauchten, war vielmehr ein „Guide“ im Sinne eines menschlichen Wegweisers. Technisch alpinistische Fähigkeiten waren Nebensache, es zählte die Ortskenntnis des Begleiters.[3]

[3] Rainer, Christian: Meister der Vertikale: Die Geschichte der Südtiroler Bergführer. Verband der Südtiroler Berg-und Skiführer. Bozen 2021, S. 11.
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