Das Kriegsjahr 1917

Standschütze Thomas Bischof im Einsatz mit Gasmaske

Im Rayon IV kam es im Grenzabschnitt 8d zu einem Kommandowechsel. Oberst Seyfried trat in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde Oberstleutnant Detz. Das unter seinem Kommando stehende Halbbataillon Dornbirn, das zu diesem Zeitpunkt zwei Kompanien umfasste, wurde zu einer Kompanie zusammengezogen und als „Standschützenkompanie Dornbirn“ weitergeführt. Nach wie vor war die Kompanie im San-Nicolo-Tal stationiert und hatte die Feldwachen zur Sicherung der Costabella und weitere Gipfel zu besetzen. Eine abgefangene feindliche Nachricht im Frühjahr beinhaltete, dass ein unmittelbarer feindlicher Angriff auf diese Gipfel zu erwarten sei. Sofort wurde Verstärkung angefordert, die auch vom Infanterieregiment Nr. 74 bereitgestellt wurde. Durch die Einbeziehung der Marmolata in die Frontlinie 1916 war der ganze Costabellakamm ein Angelpunkt für beide Kriegsparteien geworden. Am 4. März setzte ein derart starkes Artillerie- und Minenfeuer auf die Costabella-Gipfelstellung ein, dass die Besatzung in der vorhandenen Kaverne Schutz suchen musste. Ein Volltreffer zerstörte den Eingang der Kaverne, tötete acht Soldaten und verletzte einen weiteren Teil der Besatzung. Als die Alpini zum Sturmangriff auf die Stellung ansetzten, gelang es den in der Kaverne Eingeschlossenen nicht mehr, sich zu befreien und in das Kampfgeschehen einzugreifen. Karl Springenschmid, damals Angehöriger der Hochgebirgskompanie Nr. 24, führt in seinem Bericht über diese Kämpfe an, dass von seiner Kompanie in der Stärke von 130 Mann lediglich 40 diesen Tag unbeschadet überstanden hätten.

Sterbebild von Johann Georg Sinz, gefallen am 16. März 1917

Das Basislager der Standschützen in Ciampiè
Foto: Stadtarchiv Dornbirn, Fotosammlung Franz Beer

Dornbirner Standschützen beim Abmarsch am Pellegrinopass nach Falcade
Foto: Stadtarchiv Dornbirn, Fotosammlung Franz Beer

Skizze einer italienischen Land­mine mit Zugzünder

Die Bezauer Standschützen, zur Sicherung in Judikarien eingeteilt, hatten in diesem Jahr erstmals Verluste bei ihren Patrouillengängen zu verzeichnen. Bei einem Patrouillengang im Conceital traten zwei Mann auf eine italienische Landmine und wurden sofort getötet. Die elf Mann starke Patrouille war bereits drei Stunden im Niemandsland unterwegs gewesen, als sie 200 Meter vor sich eine italienische Stellung wahrnahm. Die Patrouille teilte sich in zwei Gruppen und schlich der Stellung zu, als die kleinere Gruppe, die drei Mann umfasste, in ein ausgelegtes Minenfeld geriet. Einer der Männer löste dabei durch Berühren eines Stolperdrahtes die Zündung einer Landmine aus, die folgende Detonation tötete zwei Männer. Eine sofortige Bergung der Toten war nicht möglich, da die Italiener das Feuer auf die Standschützen eröffneten. Erst nach Tagen gelang die Bergung beider Kameraden, die auf dem Soldatenfriedhof in Bondo ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Die Bludenzer Standschützen lagen im ersten Halbjahr bei Roana in Stellung und wurden mehrmals in Kampfhandlungen verwickelt. Bei einem feindlichen Angriff im Juli auf eine ihrer Feldwachen fielen die Standschützen Gebhard Bertsch und Anton Düngler, fünf weitere erlitten teilweise schwere Verletzungen. Ende desselben Monats wurde die Bludenzer Kompanie nach Judikarien zur 50. Halbbrigade verlegt, wo sie bis zum Jahresende verblieb.

Das Jahr 1917 brachte den Vorarlberger Standschützen folgende Verluste:

Gefallen oder Tod durch Verwundung oder Krankheit: 36 Mann.

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